MOTHER DUCK


ALSION


SAKKARA


SO CALLED CHAOS


UNSTUCC


IT´S MISSING


LÄNDERSPIEL


GUNS OF MOROPOLIS

SPECIAL GUEST: TELL YA LATER


SPECIAL GUEST: 2 DATES 4 JUDY

Extrem-Bandmarathon mit souveränen Siegern

Acht Bands standen am Start, drei Bands schafften es als erste ins Ziel: Einen verdienten Platz drei mit ebenso vielen Tagen im Studio von „Vision of Voices“ in Giengen schnappte sich die fünfköpfige Neu-Ulmer Band „Länderspiel“ mit poppigen Rocksongs, die schnell ins Ohr und noch schneller in die Beine gingen.

Die Silbermedaille ging an die Grunge-Formation „It’s Missing“ aus Aalen, die sowohl instrumental als auch gesanglich absolut erstligatauglich ist. Dafür dürfen sie gleich nochmal im Lokschuppen ran, und zwar bei der 15. Heidenheimer Musiknacht im Rahmen von „mocca artists“.

Die verdienten Siger waren jedoch „Sakkara“ aus Frittlingen, die zu ihrem Auswärtsspiel auf der Ostalb einen kompletten Fanbus mit sage und schreibe 50 Insassen vorfahren ließ. Und die rund 200 km Fahrt haben sich wirklich gelohnt, denn der ungewöhnliche Alternative Metal des Vierers war zudem überzeugend und technisch einwandfrei dargeboten worden. Der Dank dafür: Ein Auftritt im Vorprogramm eines großen Acts bei einem Konzert von „Siggi Schwarz Concerts“.

1. Platz - SAKKARA (Frittlingen)
2. Platz – IT´S MISSING (Aalen)
3. Platz – LÄNDERSPIEL (Neu-Ulm)

Aber auch die anderen fünf Teilnehmer „Alsion“, „Guns of Moropolis“, „Mother Duck“, „SoCalledChaos“ und „Unstucc“ sowie die beiden Special Guests „Tell Ya Later“ und „2 Dates 4 Judy“ boten durchweg originelle Musik, mitreißende Bühnenshows und hohes musikalisches Können.

Bereits vom Start weg bot sich ein mitreißendes Rennen, als die Aalener von „Mother Duck“ vorlegten. Passend zum sonnigen Wetter draußen sorgten sie mit funkig angehauchtem Pop drinnen für verfrühtes Sommer-Feeling. Besonders die entspannte Unplugged-Einlage und das Gitarren-Duell vor der Bühne sorgten für ein Lächeln auf den Gesichtern der ersten Besucher, die zu undankbar früher Stunde bereits dreistellig eintrudelten und mit origineller, nicht unnötig komplizierter Musik belohnt wurden.

Wer jetzt gedanklich schon an der Pazifikküste verweilte, wurde von „Alsion“ aus Heidenheim jäh auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Nicht nur die wuchtigen Drums des Power-Metal-Teams weckten jeden wieder auf, sondern die komplette Mannschaft drückte ordentlich auf die Tube. Zwar war die Zuschauerbeteiligung an diesem Spätnachmittag noch immer etwas verhalten, aber der Applaus der immer größer werdenden Besucherschar sprach für sich.

Danach aber brachen alle Dämme, als die auf der Ostalb noch völlig unbekannten „Sakkara“ quasi aus dem Nichts, bzw. aus dem rund 200 km südwestlich gelegenen Frittlingen mit ungewöhnlichem Alternative Metal nicht nur ihre 50 mitgereisten Fans in Bewegung versetzten. Diese beachtliche Schar war es jedoch, die zum Tanz bat, nämlich zum Pogo im Moshpit. Die blitzsaubere Leistung auf der Bühne überzeugte dann auch noch die Heidenheimer Zuschauer incl. Jury.

Für ganz so viel Chaos im Publikum konnten „SoCalledChaos“ aus Nattheim leider erst einmal nicht sorgen, aber die noch sehr junge Studentenband gewann mit zunehmender Verweildauer on stage immer mehr an Sicherheit und erntete verdienten Beifall. Die Musik – eine Mischung aus Alternative und Post Grunge – klang sehr frisch, v.a. das Wechselspiel zwischen cleanen Vocals der Leadsängerin und rohen Shouts des Bassisten brachte Schärfe in den Sound.

Danach herrschte akute Einsturzgefahr im Lokschuppen, als „Unstucc“ aus dem Raum Ulm die Bühne für sich in Anspruch nahmen. Denn die in dieser Besetzung noch nicht lange agierende Metalcore-Truppe war nicht nur laut und hart, sondern vor allem extrem bewegungsfreudig. Geradezu erdbebengleich heizten die Instrumentalisten samt Shouter über die Bühnenbretter und sorgten bei den anwesenden Metal-Fans für heftiges Kopfnicken und vorne auch für Pogo-Laune.

Danach legten die Aalener von „It’s Missing“ den Beweis dar, dass Grunge noch immer lebt. Mit rauen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien sorgte die seit rund zehn Jahren bestehende Band mehrmals für Gänsehautstimmung, besonders natürlich in den Balladen. Der Applaus war zwar groß, die Musik an sich lud jedoch weniger zum Moshen als vielmehr zum Genießen und andächtigen Lauschen ein. Der Sänger nahm dies mit Humor und sorgte spätestens mit seinen lockeren Ansagen für gute Laune.

Anschließend überraschte die Nachwuchs-Formation „Länderspiel“ aus Neu-Ulm mit unerwartet fettem Gitarrensound. Wer die Jungs bislang nur von ihrer aktuellen Maxi-CD her kannte, war auf radiotaugliche Gitarrenpopsongs eingestellt und wurde schnell eines Besseren belehrt, denn dies war mehr Rock als Pop. Ein bombenfester, wuchtiger Groove und die sauber gesungenen deutschen Texte taten ein Übriges dazu, das Publikum zu ordentlichem Beifall zu animieren.

Den Abschluss des Reigens bildeten die Lokalmatadoren der „Guns of Moropolis“ aus Heidenheim. Und wie immer sorgten die nicht nur für dreckigen, hardrocklastigen Sound, sondern auch für ordentlich Action zwischen Backline und Monitorbox. Sägend waren hier nicht nur die zahlreichen Gitarrensoli, sondern auch die (Gott sei Dank ungefährliche) Kettensägenakrobatik zwischendurch. Gerade in den ersten Publikumsreihen kam dann vermehrter Bewegungsdrang auf.

Danach war aber noch lange nicht Schluss. Während der Stimmauszählung betraten die Heidenheimer von „Tell Ya Later“ – passend zum Albumdesign im Laborkittel samt Schutzbrille – mit fünf Gastsänger/-innen im Schlepptau die Bühne, um ihr Debüt-Album zu präsentieren. Nach studenlangem Bandmarathon war die Publikumsbeteiligung zwar etwas verhalten, dennoch drückten sich die rund 350 Zuschauer bis an den Bühnenrand und bedachten die abwechslungsreiche Rockmusik mit viel Applaus.

Danach wurde es so richtig spannend, als die Jury, bestehend aus Siggi Schwarz, Christian Vaida und Julian Diedrich zu Moderator Peter Barth ins Scheinwerferlicht trat, um die Sieger zu verkünden. Die Freude war groß, denn beim HEIDENHEIMER BANDCONTEST gibt es keine Verlierer, nur Sieger. Alle Teilnehmer boten sehr gute Auftritte und jeder konnte mit Sicherheit ein paar Fans hinzugewinnen. Die Entscheidung für die Top 3 fiel sicher nicht leicht bei diesem durchweg hohen Niveau.

Endgültig Schluss war dann aber immer noch nicht, denn jetzt wurde kurzerhand das Jury-Podest zur Mini-Bühne umgewandelt. Während die große Bühne im Hintergrund bereits abgeräumt wurde, nahmen die Sieger des letzten Jahres, „2 Dates 4 Judy“, auf dem Jury-Sofa Platz und sorgten auf der anderen Seite des Saals dafür, dass die Nachtschwärmer, die noch immer nicht genug hatten, den Abend bei Unplugged-Rock, dargeboten mit zwei Akustikgitarren, entspannt ausklingen lassen konnten.

Alles in allem war es eine mehr als gelungene Neuauflage des HEIDENHEIMER BANDCONTESTS. Das Orga-Team bedankt sich ganz herzlich bei den zahlreichen Zuschauern, die gute Laune im Gepäck hatten; der Jury, die alles kritisch-objektiv bewertet hat; dem Moderator, der locker-lässig durch das Programm führte; den Reportern von Presse, Funk und Fernsehen incl. Fotografen, die nicht nur im Vorfeld ganze Arbeit leisteten; den Sponsoren, die den nötigen finaziellen Rahmen geschaffen hatten; dem Ton-und Lichtteam, das für eine hervorragende Beschallung und ein schönes Ambiente gesorgt hat; den Sicherheitskräften, die für einen friedlichen Ablauf sorgten; und last but not least den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern, ohne die solch eine Veranstaltung niemals möglich gewesen wäre. Vielen, vielen Dank dafür und bis zum nächsten Mal!


Die kleine Zusammenfassung vom Bandcontest auf RegioTV gibt es hier

Eine Sondersendung vom 2. Heidenheimer Bandcontest gibt es am 24. Mai auf Regio TV

Bilder vom Bandcontest online